2008: Religionsunterricht ist `in´?!

Die Religionslehrer des Primar- und Sekundarunterrichts sind erfreut über die Resultate der rezenten TNS-ILRES Umfrage zum Thema Werteunterricht in Luxemburg.

Es seien hier einige wichtige Eckdaten erwähnt:

  • TNS-ILRES: «L’école doit-elle continuer à laisser le choix entre le cours d’éducation morale et sociale (morale laïque) et celui d’instruction religieuse et morale?»

    Resultat: 87% der Befragten sind für das bestehende System der Wahlfreiheit.

    Die absolute Mehrheit der Befragten möchte also weiterhin die Wahlfreiheit zwischen beiden Fächern.
    81% der Schüler im Primarunterricht und
    62% der Schüler im Sekundarunterricht waren für das Schuljahr 2007/2008 im Religionsunterricht eingeschrieben.

    Darf man diese Fakten ignorieren?
    Mit der Wahlfreiheit steht Luxemburg im europäischen „Mainstream“.
    Die Mehrheit der europäischen Länder bietet parallelen Werteunterricht an.

  • TNS-ILRES: «Satisfaction des parents avec le choix d’inscription qu’ils ont fait»

    Resultat: Für den Religionsunterricht ergibt sich sowohl für den Primar- als auch für den Sekundarunterricht ein Zufriedenheitsgrad von über 80%.

    Dieses Resultat ist beeindruckend, was jedoch nicht heißen soll, dass es nichts zu verbessern gäbe. So manche Unzufriedenheit mit dem Religionsunterricht ist durchaus zu bedauern. Wir bemühen uns weiterhin neue Akzente im Religionsunterricht zu setzen.

  • TNS-ILRES: «Si la possibilité de choisir entre l’enseignement religieux et la morale laïque
    venait à être supprimée au Luxembourg, seriez-vous plutôt pour un véritable
    cours, où l’enseignement général des valeurs devrait être introduit?»

    Resultat: 9% der Befragten sprechen sich gegen die Wahlfreiheit zwischen beiden Fächern aus. Von diesen 9% sind fast die Hälfte, also letztlich ca. 4,4 der Bevölkerung für einen einheitlichen Werteunterricht.

    Laut Umfrage sind also ca. 4,4% der Bevölkerung für einen einheitlichen Werteunterricht. Dieser geringe Prozentsatz dürfte durchaus Anlass zum Nachdenken geben.
    Ein Blick über die Grenzen gibt Aufschluss: Nur ein einziges Land in der EU (Schweden) bietet ausschließlich einen einheitlichen Werteunterricht an.

Es scheint, als habe der Religionsunterricht noch nicht ausgedient, wie so manche uns einreden wollen.
Der Religionsunterricht wird sich weiterhin bemühen, sich in seinem Welt- und Menschenbild auf die humanistische Kultur, die Allgemeinen Menschenrechte und darüber hinaus auf den Transzendenzbezug, sowie die religiöse Dimension des Menschen zu berufen und sich mit diesen Fragen kritisch auseinanderzusetzen.

Dokumentation:
Sesopi Centre Intercommunautaire, L'Enseignement religieux au Luxembourg, Sondage TNS-ILRES Juillet 08, Revue RED N. 11, Luxembourg, décembre 2008, 114 p. ISBN 978-2-9599806-3-3


ÉTUDE SUR LA RELATION ÉTAT-ÉGLISE
Objectif : Étude sur la relation état-église
Echantillon : 500 personnes luxembourgeoises agées de 15 ans et plus, représentatif selon l'âge, le sexe, l' activité professionnelle et la région d'habitation
Méthode : interviews téléphoniques assistées par ordinateur (CATI)
Période d. enquête : 7 - 13 avril 1999
Période de publication : mai 1999

Kommentierte Ergebnisse:
Welcher Religionsunterricht?
Gründe der Teilnahme am Religionsunterricht
Die zukünftige Rolle der Kirche